Herpes

Erklärung

Herpes ist eine Virusinfektion bei Schildkröten und gilt als DIE Schildkrötensuche.

Seit Ende der 80er Jahre häufen sich die Infektionen in den Beständen.

Der Herpesvirus ist nicht zu bekämpfen und das betroffene Tier bleibt IMMER potentieller Übertrager.

Stirbt ein Tier an Herpes, muss ausgegangen werden, dass der gesamte Bestand - welcher Kontakt zum kranken Tier hatte - zu 95% ebenfalls infiziert ist.

 

 

Vorbeugung

Quarantäne heißt das Stichwort!!!

Neuzugänge, Fundtiere und Pflegetiere müssen mindestens 1 Jahr in Quarantäne verbringen.

Alle 4-6 Wochen sollte eine Blutuntersuchung auf Antikörper (gegen Herpesviren) gemacht werden.

Die Untersuchung sollte so oft durchgeführt werden, denn ein negativer Befund heißt nicht gleich, dass das Tier herpesfrei ist. Es heißt lediglich, dass das Tier noch keine Antikörper gegen den Virus gebildet hat.

Auch bei der Pflege der Quarantäne-Tiere und der anderen Tiere gibt es besondere Dinge zu beachten:

- IMMER zuerst die eigenen Tiere

- gründlich Hände waschen und desinfizieren - sobald man Umgang mit einem Quarantäne-Tier hat

- Futter- & Trinkschalen, Gehegeausstattung für Quarantäne-Gehege seperat aufbewahren - nach der Quarantänezeit - oder bei Schildkröten-Wechsel gründlich säubern

- wenn man das Gehege betritt oder verlässt - die Schuhe säubern (am Besten für jedes Gehege extra Schuhe bereitstellen)

 

 

 Das Krankheitsbild

Wie anfällig eine Schildkrötenart für Herpesvieren ist - kommt ganz auf die Art an.

Maurische Landschildkröten gelten allgemein als eher resisten und überlebt eine Infektion häuft.

Griechische Landschildkröten verstarben hingengen in früheren Jahren meist.

Das Gefährliche an diesem Virus ist, dass die erkrankten Tiere lange Zeit ("stressfrei") keine Anzeichen einer Herpesinfektion zeigen.

 

Anzeichen:

gelblicher Belag auf der Zunge

Appetitlosigkeit

Apathie

Atemnot

Schluckbeschwerden

Schleimausscheidungen aus Nase und Rachen

Schlücklähmung (Futter bleibt im Maul/Hals stecken)

Bewusstlosigkeit

unnatürliche Bewegungen

 

Stresssituationen oder eine andere Krankheit führt oft dazu, dass der Erreger ausbricht.

Betroffene Tiere können auch OHNE Anzeichen plötzlich sterben.

Solche plötzlichen Todefälle in Zeitungspapier eingewickeln und umgehend an eines der folgenden Institute zur Untersuchen einsenden.

 

 Exomed Institut für veterinärmedizinische Betreuung niederer Wirbeltiere und Exoten

Dr. F. Mutschmann, TA F. Hausemann, Dr. C. Gaedicke GbR

Am Tierpark 64

10319 Berlin

 

Staatliches Veterinäruntersuchungsamt

Westerfeldstraße 1

32758 Detmold

 

Institut für Zoologie, Fischereibiologie und Fischkrankheiten Dr. M. Baur / Dr. P. Kölle

Kaulbachstraße 37

80539 München

 

 

Betroffene Arten

Herpesträger, die bisher bekannt sind:

Testudo hermanni, Testudo graeca, Testudo marginata, Testudo horsfieldii, Geochelone paradalis, Geochelone denticulata, Geochelone chilensis, Geochelona carbonaria, Geochelone elongata, Malacochersus tornieri, Chalonoidis chilensis, Testudo kleinmanni, Caretta caretta, Chelonia myday, Clemmys marmorata, Graptemys barbouri, Graptemys pseudogeographica & Emys obicularis

 

Besonders die nordafrikanischen Unterarten von Testudo graeca gelten als Hauptüberträger für die - bei ihnen kaum zu bemerkende - Krankheit.

Nach den neuesten Erkenntnissen muss davon ausgegangen werden, dass die 6 verschiedenen Herpesvieren auf fast alle Schildkrötenarten übertragen werden können!

 

 

Ansteckungsgefahr

Die betroffene / erkrankte Schildkröte scheidet die Viren im Speichel, Nasensekret, Kot und Sperma aus.

Eine Ansteckung mit Herpes erfolgt über die Maulhöhle.

 

 

Behandlung betroffener Tiere

Kranke Tiere müssen sofort vom Bestand separiert werden!

Es gibt KEINE Behandlung, um das Tier vom Virus zu befreien, man kann das Tier lediglich im Kampf gegen den Ausbruch der Krankheit unterstützen.

Dazu gehören optimale Haltungsbedingungen, eventuell Antibiotika/Antimykatika gegen Sekundärinfekionen, Bekämpfung eines Parasitenbefalls

 

 

Mensch <=> Tier

Der Herpesvirus bei Schildkröten hat nichts mit dem menschlichen Herpes zu tun und ich daher auch nicht von Mensch auf Tier oder umgekehrt übertragbar!

Quelle: http://www.schildkroeten-online.com/herpes.html